Anastasiades und die Lösung des Zypernkonflikts

Der Kandidat der gemäßigten konservativen Demokratischen Versammlung (Dimokratikos Synagermos – DISY), Nikos Anastasiades, hat die Stichwahlen im Süden der Insel gewonnen und ist somit neues inselgriechisches Staatsoberhaupt. Nach Rundfunkberichten aus Türkisch-Zypern denken viele Politiker im Norden, dass ein Wechsel an der Staatsspitze des EU-Mitglieds Südzypern keinen Wechsel der Zypernpolitik bringen wird. So verkündete der Außenminister der Türkischen Republik Nordzypern, Hüseyin Özgürgün (UBP), im staatlichen Rundfunk BRT, er habe keine Erwartungen an einen neuen südzyprischen Staatspräsidenten.

Münchens TRNC-Repräsentant Uli Piller hingegen schrieb: „Wenn die innenpolitischen Schwierigkeiten- UBP-Parteivorsitz und Neuwahlen in Lefkoşa – überwunden wurden, kann mit Anastasiades vielleicht ein Neuanfang in den Gesprächen gefunden werden.“ Piller erinnerte daran, dass die DISY einst den Annan-Friedensplan unterstützt hatte. „Wir würden heute vielleicht nicht mehr über ein geteiltes Zypern sprechen müssen, hätte sich damals eine Mehrheit gefunden“, betonte Piller. Der neue zyperngriechische Staatschef traf bereits mehrfach mit Politikern der inseltürkischen Regierungspartei UBP zusammen. Derzeit stocken die Verhandlungen zur Lösung der Zypernfrage. Der Streit innerhalb der Nationalen Einheitspartei lähmte die zyperntürkische Innenpolitik ebenso wie die Probleme in der Stadtverwaltung der Inselhauptstadt Lefkoşa. (trnc munich)