Erzbischof von Zypern lehnt türkisches Geld ab

Der Vorsitzende des Präsidiums für Religionsangelegenheiten, Talip Atalay, hat Stellung zu den umstrittenen Aussagen des Erzbischofs von Zypern, Chrysostomos II., bezogen. Nach Angaben des nordzyprischen Rundfunks BRT hat das Oberhaupt der zyprisch-orthodoxen Kirche die Restaurierung des Apostel-Andreas-Klosters auf der Halbinsel Karpaz abgelehnt, wenn diese durch türkisch-zyprische Geldmittel finanziert würde. In einem Bericht des BRT heißt es, der Erzbischof bevorzuge eher die Zerstörung der Klosteranlage als die Renovierung durch türkisches Geld. Der Obermufti der Türkischen Republik Nordzypern habe mit „Bedauern und Verwunderung“ von den Äußerungen seines südzyprischen Konterparten erfahren. Türkisch-Zypern habe laut Talip Atalay die Finanzierung der Renovierungsarbeiten für die Hauptkirche des Apostel-Andreas-Klosters mit Wohlwollen übernommen, da diese Gebetsstätte ein kulturelles Erbe sei, welches geschützt werden müsse, um sie für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

„Unsere islamische Religion, der wir angehören, lehrt uns, andere Religionen und Propheten sowie andere Glauben und Gotteshäuser zu respektieren. Wir betrachten alle Gotteshäuser innerhalb der Grenzen unseres Landes als unsere Werte und versuchen, diese schönen Beispiele der Geschichte auch für die Zukunft zu schützen. In diesem Rahmen hat unser Staat entschieden, die Renovierung der Hauptkirche des Klosters zu finanzieren, eine treffsichere und vorbildliche Entscheidung.“, erklärte der Obermufti. Atalay zufolge verspüre die Insel eine Sehnsucht nach einem Dialog der Religionen, welchen sie auch benötige. Der interreligiöse Dialog werde ihren Beitrag für ein friedliches Zusammenleben leisten, so Atalay.

Der seit 2006 amtierende Erzbischof von Zypern, Chrysostomos II. (geb. Hēródotos Dēmētríou), ist in den türkischen Medien überwiegend für seine Entgleisungen bekannt. So hat er in den letzten Jahren mehrmals vor einer Türkisierung der Insel gewarnt. Türkisch-zyprische Frauen würden laut Chrysostomos viele Kinder zeugen, um einen demografischen Wandel zu bewirken. Außerdem hat der Erzbischof erklärt, dass die griechischen und türkischen Zyprer nicht gleichberechtigt sein können. Einen türkisch-zyprischen Präsidenten nach einer Wiedervereinigung Zyperns und alle Verhandlungen in diese Richtung lehnte er entschieden ab. Als nach einer Explosion die Energieversorgung des Inselsüdens teilweise lahmgelegt war und der Süden auf den Strom des Nordens angewiesen war, erklärte der Erzbischof, er säße lieber bei Kerzenschein. Vor dem Jahresende 2012 stellte Chrysostomos die Behauptung auf, die „nichtsnutzigen“ türkischen Zyprer würden das Ziel verfolgen, das Vermögen der griechischen Zyprer auszubeuten. (brt, trnc munich)

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