Die Türkei kann Wirtschaft von Zypern retten

Der Außenminister der Türkischen Republik Nordzypern hat Interviews mit den türkischsprachigen Zeitungen Akşam und Milliyet geführt. Wie in der Vergangenheit auch, werden die türkischen Zyprer den Inselsüden in Notsituationen weiterhin unterstützen. Der Minister für äußere Angelegenheiten erklärte, eine Zusammenarbeit sei nur möglich, wenn der griechische Inselsüden in Zukunft auf provokante Aussagen wie „Türken sind eine Minderheit“, „sogenannte Regierung“ oder „Besatzungsmacht Türkei“ verzichte und fügte dem hinzu: „Zuerst müssen sie akzeptieren, dass es hier eine Staatsautorität und Demokratie sowie eine Wirtschaft gibt und eine Kooperation notwendig ist.“. Sollte sich der südzyprische Präsident Christofias für eine Finanzhilfe der Türkei entscheiden, so der nordzyprische Außenminister Hüseyin Özgürgün, werde die Regierung Nordzyperns persönlich vermitteln.

Des Weiteren erklärte der nordzyprische Parlamentarier, die Finanzkrise im Süden Zyperns werde sich nicht auf den Inselnorden auswirken, da die südzyprische Wirtschaft eng mit Griechenland verbunden sei, aber nicht mit der Türkischen Republik Nordzypern. Seit Jahren hätten sich die griechischen Zyprer gegen eine Lösung der Zypernfrage gewehrt, weil sie der Ansicht waren, dass sie im wirtschaftlichen Wohlstand leben würden und lediglich die türkischen Zyprer aufgrund ihrer Isolation Zugeständnisse machen müssten. Jedoch kann laut Özgürgün nur die Lösung der Zypernfrage einen Ausweg aus der Finanzkrise bieten. Mit der Wiedervereinigung der Insel werde die Türkei zum starken Wirtschaftspartner Gesamtzyperns. Der Bankrott Griechisch-Zyperns könne gleichzeitig auch der Anfang einer grundlegenden Änderung sein, die zum wirtschaftlichen Aufschwung führen könnte. Die gesamte Insel wird, so Özgürgün, nach einer Lösung stetig mit Wasser und Strom aus der Türkei versorgt und könnte auch seine Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer problemlos ausbeuten. Weiter erklärte der nordzyprische Politiker: „Die Lage der griechischen Zyprer ist schlimmer als 1974. Die Zyperngriechen sollten den Lügen ihrer politischen Führer wie ‚Unsere Grenze hört in Kyrenia auf‘ nicht mehr glauben. Es muss ein Kampf für eine Lösung gemeinsam mit den Zyperntürken geführt werden. Ein Umdenken muss bei den Zyperngriechen stattfinden. Die Einsicht ‚Wir müssen zusammen mit den Türken unter gleichberechtigten Bedingungen auf der Insel leben‘ muss vorherrschen. Nach einer Lösung werden sich die riesigen Investitionen der Türkei auf die gesamte Insel ausweiten.“ (akşam, milliyet, kıbrıs postası)